50 Jahre LIONS-Club Königstein 29.10.2014

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LIONS-Club Königstein: Seit 50 Jahren Hilfe, die vor Ort ankommt
Die Förderung und der Aufbau von Flüchtlingsschulen in Südostindien wie dieser ist einer der Schwerpunkte der Königsteiner Stiftung childaid network, die in ihrer Arbeit finanziell vom Königsteiner Lions Club unterstützt wurde. In diesem Jahr richtete der Club seinen Königsteiner Frühlingsball und somit auch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Clubs, ganz im Zeichen des Hilfsgedankens für childaid aus. (Foto: privat)

Königstein (el) – 50 Jahre Lions-Club Königstein – ein halbes Jahrhundert gefüllt mit unzähligen und vor allem sinnstiftenden Aktivitäten getreu dem internationalen Motto der Lions Clubs „We serve“ („Wir dienen“). Dabei geht es den 45 Mitgliedern des Königsteiner Lions Clubs vor allem um eines: soziale Verantwortung zu übernehmen. Die Lions sehen diese Ausrichtung als ethische Grundlage für ihr Wirken sowohl vor Ort als auch international.
Jede Berufssparte ist bei den Lions vertreten – vom Handwerker über den Mediziner bis hin zum Banker. Das ist auch gut so, denn auf diese Weise ist ein Netzwerk entstanden, innerhalb dessen die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert. „Wir wollen uns nicht selbst beweihräuchern, vielmehr geht es darum, sich vor Ort und auch international zu engagieren“, beschreibt Dr. Martin Kasper, seit zirka zehn Jahren Mitglied der Königsteiner Lions, die Marschroute. Kasper selbst bzw. die von ihm gegründete Stiftung childaid network ist in besonderer Weise eingebunden in die Kette der Hilfe, die auch dort ankommt, wo sie am Dringendsten benötigt wird. „Wir spenden nicht einfach nur, sondern überzeugen uns auch davon, wie das Geld angelegt wird“, schildert Heinz Alter, Activities-Beauftragter der Lions in der Kurstadt, ein weiteres wichtiges Prinzip, das die Grundeinstellung, Verantwortung auch zu leben, widerspiegelt.
Dabei verbindet die Lions und den Ort Königstein seit jeher ein enges Band. Besonders der Zusammenarbeit mit den Schulen, was die unterschiedlichsten Projekte angeht, wird oberste Priorität eingeräumt. Einige Beispiele hierfür: Das Projekt „Lions Quest“ dient der Drogen-Prävention, während „Klasse 2000“ vor 14 Jahren eingeführt wurde, um Grundschüler zu Menschen heranwachsen zu lassen, die den Herausforderungen des Lebens standhalten können. Zur weiteren Förderung der jungen Menschen vor Ort zählen die Berufsberatung und die finanzielle Hilfe für Einzelne sowie die Unterstützung des Hauses Raphael und der Flüchtlingsarbeit in Königstein, wie sie Pfarrerin Stoodt-Neuschäfer und der Arbeitskreis Asyl bereits erfolgreich durchführen. Durch die Lions erhalten die Asylanten ebenfalls Sprachunterricht als Teil einer ganzheitlichen Betreuung.
Auch die internationale Hilfe Bedürftiger wird hoch angesiedelt. So unterstützt man bereits seit vielen Jahren eine Lehrkraft in Rauya, Tansania, im Rahmen eines Projektes zwischen Mammolshain und dem afrikanischen Land. In Bulgarien ist man engagiert in einem Altenheim und seit einiger Zeit nun im Projekt von childaid network in der Provinz Assam in Südostindien. Da kam es auch gut zupass, dass sich die Lions dazu entschlossen haben, das 50-jährige Bestehen ihres Königsteiner Clubs als dem ältesten in der näheren Umgebung nicht nur unter sich zu feiern. Bei der Idee für die erste „Lions Benefizgala“ bedienten sie sich eines bereits seit einigen Jahren etablierten und jetzt ausgelaufenen Konzeptes, wie es der Verein Königsteiner Gala einige Jahre lang erfolgreich durchgeführt hatte. Anders als der Königsteiner Verein ließen die Lions ihren Ball jedoch als Königsteiner Frühlingsball mit Benefizcharakter laufen und das stieß auf ein solch großes Echo, dass es am 21. März kommenden Jahres zu einer Neuauflage im Ascara Saal des Kempinski Hotels in Falkenstein kommen wird. Für einen reibungslosen Ablauf des ersten Balls unter der Ägide von Präsident Karl-Josef Schneiders, der nun im Rahmen des Rotationsprinzips von Hubertus von Blomberg in diesem Jahr abgelöst wurde, sorgte das Festkomitee der Königsteiner Lions. Letzterem gehören an: Stefan Massa (Lions Mitglied und Hoteldirektor des Kempinski), Heinz Alter, Kevin Devine und Stephan Huber. 145 Gäste konnte man beim ersten Ball begrüßen, der ebenso wie die Neuauflage im kommenden Frühjahr von Radio-FFH-Stimme Daniel Fischer moderiert wird. Ab dem neuen Jahr gehen die Karten für den Ball in den Verkauf, vorab kann man sich schon mal im Internet unter www.lions-club-koenigstein. de informieren.
Sensationelle 11.500 Euro wurden beim ersten Ball für den guten Zweck eingenommen. Dabei sei laut Kasper ein Spendenbeitrag im Kartenpreis enthalten. Viele Unternehmen, dazu auch zahlreiche lokale, hätten die Tombola mit Preisen bestückt, was Heinz Alter besonders freut. Außerdem habe es eine amerikanische Versteigerung im Rahmen dieses Festes für Königstein gegeben. Ein schönes Ergebnis, das auch noch Spaß gemacht hat – kein Wunder, dass sich alle Beteiligten auf eine Wiederholung freuen.
Bis es soweit ist, rückt das ferne Indien näher in den Fokus. Hier ist das Geld der Lions gut angelegt in den Projekten der Königsteiner Stiftung, deren Hauptanliegen es ist, Bildung in diesen Teil der Welt zu bringen und auch denjenigen angedeihen zu lassen, die in Assam als Kinder in Flüchtlingslagern aufwachsen und bislang nicht die Schule besuchen konnten. Mit nur 25 Euro im Jahr ist der Schulbesuch durch eine so genannte Ausbildungspatenschaft gesichert. Somit ist es childaid gelungen, mehr Grundschüler zu unterrichten, als in Königstein zur Schule gehen – es sind 6.700 an der Zahl, die von der Brücke profitieren, die die Stiftung dem Staat Indien gebaut hat, der durch die Initiative motiviert werden soll, auch wieder selbst stärker seine Pflicht in puncto Bildung wahrzunehmen. Auch in die abgelegensten Winkel des Urwaldes wird die Bildung hineingetragen, so dass in simplen Hütten ganze Dorfgemeinschaften unterrichtet werden. 15 solcher Schulen mitten im Nirgendwo wurden bereits aufgemacht. „Es ist interessant zu beobachten, dass dort viele Eltern die Initiative für die Gründung ergriffen haben, um ihren Kindern bessere Chancen im Leben zu ermöglichen“, berichtet Dr. Martin Kasper, der regelmäßig in die Projektgebiete reist, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Königstein

Original: Königsteiner Woche vom 29. Oktober 2014 (Kultur/Soziales)
Link: http://www.taunus-nachrichten.de/koenigstein/aktuelles/koenigstein/lions-club-koenigstein-seit-50-jahren-hilfe-ort-ankommt-id16091.html